Prada Som

Archive for März 2011|Monthly archive page

Elfes Passion …

In Allgemein on 10. März 2011 at 8:54 am

… war nicht Mode im üblichen Sinn, auch wenn ihr größter Wunsch darin  bestand, vor ihrem Freitod noch einmal auf der New Yorker Fashion Week zu sein. Elfe war bis auf die späteren Reisen zu den  Modewochen immer in Berlin – Neukölln geblieben, in derselben düsteren Wohnung, deren Wände mit Visionen einer Phantasiewelt, 

vor allem aber mit chinesischen Motiven

ausgestattet waren. Manche davon schienen alten Filmen entnommen,

manche alten Photoalben mit chinesischen Straßenszenen.

Der Gesamteindruck der Wohnung erinnert mich an eine Opiumhöhle im Shanghai der 30er Jahre. Woher Elfe ihre Visionen nahm, wird vielleicht eine Biographie entschlüsseln können. Erstaunlich genug ist, daß Elfes Vorstellungswelt ganz von innen heraus entstand. Menschen, die sie kannten, erzählten, sie sei extrem scheu gewesen und hätte im letzten Jahr ihres Lebens bis auf die Modewochen ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Sie hätte Stunden im Netz zugebracht, Bilder daraus gesammelt und Bilder hineingestellt, in denen sie ihre Phantasien gespiegelt sah.Sie war fasziniert von Körpern

und Kleidern,

sammelte Beispiele extremer Ästhetik aus aller Welt

und hielt den sensiblen Alexander McQueen für den größten Modeschöpfer aller Zeiten.

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Berlin-Neukölln…

In Allgemein on 7. März 2011 at 4:10 pm

… ist nicht gerade für seine Eleganz bekannt – gelinde gesagt.

Elfe wuchs zwischen Eckkneipen, Supermarktketten und Billigläden auf. Das Viertel  zwischen Maybach Ufer, Kottbusser Damm und Sanderstraße hat, wie ich mir habe sagen lassen, erst in den letzten Jahren etwas von seiner Trostlosigkeit verloren. Inzwischen gibt es auch hier (wie in Kreuzberg) wieder kleine Ladengeschäfte

und Cafés. Auch sehen nicht alle Hauseingänge  so  vollkommen verwahrlost aus

wie der jenes Hauses, in dem Elfe arbeitete und lebte.

Um so erstaunlicher ist es, daß sich hinter dieser Tür, im Anschluß an dieses Treppenhaus

völlig unbehelligt und ohne jede Hilfe von außen eine éducation ésthetique vollzog, deren  Sensibilität außergewöhnlich war und die sich niederschlug in postings der merkwürdigsten Art. Elfe wußte nicht, warum sie sich für Körper und Kleider interessierte.

Sie   wiederholte nur unermüdlich in ihren Facebookeinträgen, daß sie das Anschauen von Körpern und Kleidern glücklich mache.

In memoriam ELFE …

In Allgemein on 6. März 2011 at 8:04 pm

Heute, an ihrem Geburtstag, möchte ich an Elfe erinnern, die sich im Januar 2010 im Alter von 17 Jahren das Leben nahm.

facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu  teilen.

Elfe, die Tochter eines Taxifahrers und einer Verkäuferin, wurde als Jüngste  von fünf Geschwistern in Berlin – Neukölln geboren, wo sie auch lebte. Von hier aus hat sie eine  beispiellose Karriere im Netz gemacht, ohne je eine Berufsausbildung absolviert zu haben. Elfe war Autodidaktin. Sie  betrieb einen eigenen modeblog und konnte sich rühmen, mehr als 1000 Freunde auf facebook zu haben. Sie kündigte auf  dieser Internetplatform ihren Todesplan an. Monate zuvor schon wußten ihre Freunde, daß es ihr schlecht ging – aber es sagte ihnen nichts, weil sie wie Elfe keinen Bezug mehr zur Wirklichkeit hatten und Elfes Todesposting für eine performance hielten. Elfe ist eine von inzwischen vielen facebook-Freunden, die sich im Netz verfangen und durch  ein perfekt virtuelles Leben das wirkliche Leben und sich selbst verloren haben. 

Im Netz  konnte Elfe alles. Ihre visuellen Postings waren  wunderbar, ihre Kommentare ebenso großherzig wie bissig. Im Leben aber war sie schon als Mädchen scheu. Die virtuelle Welt sah sie als Möglichkeit, als öffentlichen UND verborgenen Raum. Das, was sie schützen sollte, machte sie zunehmend ängstlicher dem wirklichen Leben gegenüber. In den folgenden Tagen möchte ich an Elfe, ihre virtuelle und ihre wirkliche Welt erinnern und an die Freunde von Facebook appellieren, sich nicht im Körperlosen des Netzes zu verlieren. Freunde sind etwas anderes als Projektionen der eigenen Phantasie. Sie sind Menschen aus Fleisch und Blut, die man anfassen und auf die man sich verlassen kann.

News aus New York City

In Allgemein on 4. März 2011 at 7:55 pm

Aus NCY habe ich einen neuen Namen in der Kunst mitgebracht.

Die hinreißende Beatrice Greve zeigt in Dumbo (Down under Manhatten Bridge overpath) in einer dritten Ausstellung ihre außergewöhnlichen Photomontagen.

Beatrice Greve wurde 1987 in London geboren. Sie wuchs New Dehli, Hongkong und Singapur auf. 

Noch während ihres Studiums an der London School of Economics begann sie zu photograhieren.

Wenig später entwickelte sie ihre Montagetechnik, die sie auch in dieser Ausstellung präsentiert.