Prada Som

Ein anonymer Brief …

In Allgemein on 18. September 2010 at 4:40 pm

…verleitete mich Anfang August dazu, in einet Nacht-& Nebelaktion nach Duschanbe aufzubrechen. Das auf gelbem linierten Papier (offensichtlich von einem Block abgerissen!) gesetzte Schreiben behauptete, Prada Som hielte sich in Duschanbe auf – und der Grund, warum sie dorthin gereist sei, könnte für sie unangenehme Folgen haben. Trotz dieser vagen Notiz entschloß ich mich, dieser Spur nachzugehen. Angeblich, so hieß es weiter darin, würde Prada Som in Wadanassos, einem Bezirk, zu dem auch der Botanische Garten gehört, in einem Privathaus wohnen, Orsod 25.

Der Notiz war ein Photo von einem rosa Haus beigefügt. Was mich veranlaßte, dieser Behauptung nachzugehen, ist ein Umstand, der mir aus Pradas Vergangenheit bekannt ist. In ihren Blumfeldt – Krimis gibt es einen Fall, in dem  China die illegale Verschiebung von 50.000  lila Plüschaffen von Bejing nach Duschanbe aufdeckt, und zwar zu einer Zeit, als ihr Mann Blumfeldt Attaché an der dortigen Botschaft war. Da ich weiß, das Prada in den China-Blumfeldt-Krimis immer auf reale Orte (und manchmal auch Personen) zurückgreift, ging ich davon aus, daß zumindest ein Zusammenhang von Ort und Person gegeben sein könnte.  Leider erwies sich die Adresse als völlig aus der Luft  gegriffen (das Haus in Wadanassos war nicht rosa, sondern ein scheußliches Ufo-ähnliches Gebilde aus Stahl und Beton, und darin wohnte der Botschafter von Kasachstan, der, wie ich nun weiß, eine chinesische (!)Haushälterin beschäftigt, die Haare auf den Zähnen hat. Wir unterhielten uns in der Sprache unserer Heimt, besser gesagt, sie kläffte mich an, und nachdem sie ihr Pulver verschossen hatte, knallte sie mir die Tür vor der Nase zu. Auch die Suche in den großen Hotels (oft steigt Parda in irgendeinem riesigen Kasten ab, einen Serena oder Orientel) blieb ergebnislos. Um der enttäuschenden Reise noch etwas abzugewinnen, machte ich mich auf, die lokalen Märkte anzuschauen, wovon die folgenden Bilder Zeugnis ablegen.

 

Wie man sehen kann, sind auch hier einige Frauen gesichtsverschleiert, allerdings gottseidank nur in Ausnahmefällen. Die Märkte selbst sind riesig, Städte in der Stadt, und wenn auch viele mit bunten Stoffen bestückt sind,

so mußte ich leider feststellen, daß diese zuhauf aus  China importiert werden, was mir wiederum zu denken gab: Konnte es sein, daß Prada in Tadschikistan Geschäfte machte? Ich sah mir auch die mitunter sehr russisch wirkenden Kaufhäuser an,

auch hier ein riesiges Angebot von Stoffen

muß aber gestehen, daß mich die fruchtlsoe Suche nach Prada zu sehr deprimierte, um in der Stimmung zu sein, Entdeckungen zu machen.

Zurück in New York erwartete mich dann dieser schreckliche Tornado,

ein Ungetüm von wahrhaft apokalyptischem Ausmaß, und ich muß gestehen, daß ich mich bisher weder von der Reise noch von diesem Unwetter erholt habe …

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