Prada Som

Das Universum auf dem Dachboden

In Allgemein on 16. Juli 2010 at 10:12 am

… eine neue Welt eröffnete: die Welt der Dinge und Stoffe. Shanghai war damals eine Welt in schwarz/weiß …

und auch wenn sie in Prada Soms Erzählungen immer farbig schimmerte, manchmal grellbunt, wie auf alten Zigarettenbildchen noch zu sehen ist

so ist dieser Schein der Cheongsams doch ein trügerischer. Von der schwarz/weißen Welt hat Prada nie erzählt, es war eher so, als nähme sie in ihren Geschichten Stücke von Zukunft vorweg, als montiere sie Collagen, in denen die  Zeit gerinnt, aber ich weiß heute, daß diese bunten Versatzstücke dem eigenen Schmerz geschuldet waren. Die Welt, in die Prada Som von ihrer Großmutter eingeführt wurde und die Prada selbst nicht preisgeben wollte, war eine merkwürdige Hybride, eine Sphinx, deren Kopf aus Asien kam und deren Füße aus Europa stammten.

Prada Soms Familie scheint wie ein exaktes Abbild dieser Welt mit einem chinesischen Vater und einer deutschstämmigen Mutter, deren Eltern über London in Shanghai eine Zuflucht fanden, nur um vor der Kulurrevolutions erneut zu fliehen. Während die deutschen Großeltern via London zurück nach Berlin gingen, emigrierten Pradas Eltern nach Hongkong.  Das Festland-China, das Prada in diesem Exil kolportierte, war ein selbstentworfenes Märchen, in dem jene Bilder

die Hauptrolle spielten,

auf die sie damals an der Hand ihrer Großmutter zum ersten Mal traf.

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