Prada Som

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In Pradas Wohnung …

In Allgemein on 27. Juli 2010 at 4:51 pm

… fand ich bei der Betrachtung einer Schale unter einigen Schmuckstücken einen Zettel mit handschriftlichen Notizen, die mir so merkwürdig vorkommen, daß ich sie unbedingt als Überlegungen zu dem Ausstellungsprojekt AM EIGENEN LEIB  festhalten möchte. Die Notizen geben nicht nur einen unerwarteten Aufschluß über Prada Soms Gewohnheiten, Kleider zu kaufen. Sie bilden ganz unverhofft das Kernstück dessen ab, worum es in der Ausstellung „von Kleidern und Körpern“ geht.  Die wenigen Zeilen berühren etwas, das, wie ich meine, uns alle betrifft, auch deswegen seien sie hier zitiert: „Am morgen zog ich eine alte rote Bluse mit weißen Punkten an, ein Stück aus chinesischer Seide, das meine Großmutter bei einem Schneider in der Nangking Road machen ließ und das sie lange trug, bevor sie sich entschloß, sich nur noch in weiß zu kleiden.  Als ich mich damit im Spiegel betrachtete, dachte ich, wie gut mir diese Bluse steht. Sofort entstand der dringliche Impuls – wie so oft in einer solchen Situation – viele solcher Blusen zu erwerben, ein ganzes Lager solcher Blusen, um möglichst viele vorrätig zu haben, wenn die eine, die ich gerade am Körper trug, zerschlissen sein würde. Der besondere Stoff machte dieses Vorhaben natürlich zunichte. DA wurde mir plötzlich der merkwürdige Zusammenhang zwischen Körper und Kleidern klar, meine Mania, immer auf Halde zu kaufen: die Angst, nicht genug zu haben, an Kleidern, schönen Objekten und Accessoires zu hungern, da all diese Dinge verschleißen, ist die Angst zu sterben. Deswegen die Melancholie, mit der ich rissige Stücke betrachte, die  schmerzvolle Trauer, etwas fortzuwerfen (besonders wenn es dem Überseekoffer meiner Großmutter aus Shanghai entstammt)! In einem solchen Akt gerinnt die Vergänglichkeit, und die Vergänglichkeit der Dinge markiert den eigenen Tod.“

Pradas närrische Dinge …

In Allgemein on 22. Juli 2010 at 6:22 pm

wecken bei mir immer den Eindruck, als seien sie von ihr beseelt, jedes ein pars pro toto, Stellvertreter eines besonderen Blicks, die Welt zu betrachten, oder eine ungewöhnliche Art der Geste. Pradas Dinge sind IHRE ATTRIBUTE und gleichzeitig ist Prada Som ein Attribut dieser Dinge. Sie ist in dieser Dingwelt zu Hause wie kaum sonst eine mir bekannte Person.

Vermutlich lag es deswegen nahe, sie in das Ausstellungsvorhaben AM EIGENEN LEIB einzubinden. Seit Tagen frage ich mich, was mit Pradas Dingen geschehen wird, sollte Prada Som nicht zurückkehren. Was passiert mit Sammlungen, deren Eigentümer sterben oder spurlos verschwinden oder die als Sammlung schlicht nicht mehr gebraucht werden, weil die Verhältnisse sich geändert haben, wie in dem Essay ALL DIESE NÄRRISCHEN DINGE nachzulesen ist?  „Überflüssig, schön, kaputt, vererbt, geschenkt, verloren, abgenutzt, glamourös, nützlich, bedeutungslos, vergessen, verehrt: Dinge. Nicht das Ding an sich, keine Kategorie philosophischer Natur, sondern anfaßbar, etwas, auf das man zuläuft, das man die Hand nimmt, das man schnell noch in den Koffer packt, ein Objekt der Begierde oder ein Amulett, diese Art von Ding meine ich, und auch diese Art von Ding, die einen an etwas oder jemanden erinnert … a cigarette that bears a lipstick’s traces, an airline ticket to romantic places … these foolish things remind me of you … Ich stoße mich an Dingen meiner Umgebung, wie heute  morgen beim Bettenmachen an dem alten Überseekoffer meiner Großmutter. Manchmal verursacht das einen blauen Fleck, manchmal einen Gedankenfluß, mit dem ich fünf Minuten zuvor  noch nicht gerechnet habe: Ich sehe sie vor mir, auf einem Photo aus den zwanziger Jahren, im Hamburger Hafen an einer Reling stehend mit meiner kleinen Mutter an der Hand. Ich ziehe ein altes T-Shirt von meinem Geliebten an, der sich gerade auf dem Weg nach Termes befindet, setze mich an den Laptop und erwische die Hauptfigur meines in Arbeit befindlichen Romans dabei, wie sie durch fremde Häuser schleicht, sich die Dinge dort anschaut, sie vorsichtig berührt und wie in einer Initiation plötzlich begreift, daß die Dinge von Menschen handeln, oder, sähe man es aus der Perspektive der Dinge, mit Menschen handeln. Sie stehen für sie, sie stehen für sie ein, sie bergen das Geheimnis ihrer Eigentümer, und sie entlarven sie – durch ihren Zustand, den Umgang mit ihnen oder allein dadurch, daß sie vorhanden sind (oder fehlen). In meiner Neigung zu den Dingen bin ich auf ein Buch gestoßen, das in seiner seltsamen Anmutung so tut, als sei es ein Auktionskatalog. Dabei ist es ein Roman. Der Roman tut so, als handle er von Dingen. Aber das tut er nicht. Er handelt von den Menschen hinter den Dingen. Die Dinge erzählen eine Liebesgeschichte, wie sie das häufig tun, selbst dann noch, wenn sie auf einer Müllhalde den Schredder erwarten. Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Lenore Doolan und Harold Morris, darunter Bücher, Mode und Schmuck kommen in einer fiktiven Versteigerung unter der Leitung von Leanne Shapton am 14. Februar 2010 in New York unter den Hammer. Die schwarz/weiße Bestandsaufnahme einer Liebe hat Furore gemacht, als erstaunte man sich plötzlich über eine Welt, in der man selbstverständlich gelebt hatte, ohne sie je wahrzunehmen: die Welt der Dinge, deren Stand etwas über ihren Lauf erzählt. Das Merkwürdige ist, daß Dinge das immer tun und wir sie nur selten beachten, nur dann beachten, wenn jemand plötzlich fehlt, wenn etwas zu Ende geht oder jemand stirbt. Und jetzt auf einmal gibt es nichts mehr, was uns gehört, weil es uns nicht mehr gibt, und die verwaisten Dinge werden aufgeteilt … heißt es in dem neuen Roman von Anna Mitgutsch. Aber sind sie wirklich Waisen, die Dinge? Sind nicht vielmehr wir die Waisen, verloren im eigenen Leben, das plötzlich auseinanderfällt, weil wir die Dinge nicht mehr besetzen können mit den Erzählungen, die die Gefühle hüten wie Reliquienschreine? Die Dinge plöztlich in alle Winde verstreut sind, wir nackt, und der größte Schmerz offenbart sich in der Erinnerung, wenn wir uns bewußt werden, daß mit dem Verlust der Aura der Dinge auch wir einander verloren gegangen sind. Davon jedenfalls spricht in Bedeutende Objekte … die von Harold an Lenore zwei Jahre nach der Trennung des Paares geschriebene Postkarte. Vor genau einem Jahr sind wir uns zufällig in der Oyster Bar über den Weg gelaufen und als wir dann spätnachts nach Hause  spazierten, hast Du mich gefragt: Hast du jemals eine Beziehung beendet und es hinerher bereut? Ich habe darauf nicht geantwortet. Aber heute wünschte ich, ich hätte … Die bedeutenden Dinge sind doppeldeutig: Sie bedeuten etwas und sind bedeutend für dieses Paar. Sich in die Welt verstreuende Zeugen. Natürlich gibt es auch andere auratische Erfahrungen, die uns unser Leben, schlimmer noch, unsere Lieben erinnern machen, Gerüche oder Geschmack. Sie sind ephemer und haften uns doch an. Sie lassen sich weder sammeln noch weggeben und kommen ebenso zufällig wie unumgänglich zurück. Dinge dagegen haften nicht an. Sie sind eigenständiger, als wir denken, und auch wenn sie in diesem Katalog der Liebe als Lose aufgelistet sind, behalten sie ihre eigene Strahlkraft, die über das Paar, das sie zur Auktion gibt, hinausreicht. Sie regen auch uns, die diese Dinge in der Betrachtung fiktiv ersteigern und sie damit eingemeinden in das eigene Leben, an. Das begreift auch  meine Figur, als sie durch die fremden Häusern stromert, und ohne um die Magie der Dinge zu wissen, ohne zu wissen, daß in atavistischen Ritualen und schamanischen Praktiken, im Aberglauben und in der Semiologie Dinge immer Bedeutungen haben, ahnt sie, die noch ein Mädchen ist, daß mehr um die Dinge ist als das bloße Material. Es ist ein großes Geheimnis, daß die Ansammlung von Molekülen in einer bestimmten Form unser Gedächtnis in Aufruhr bringt, uns Tränen, Äußerungen und Gesten entlockt und die Sehnsucht nach etwas, das vergangen ist – wie Harold in seiner letzten Postkarte schreibt. Ich wünschte, ich hätte … Der Lauf der Dinge sagt, daß das nicht mehr möglich ist. Es sei denn, man finge mit anderen Dingen von vorne an.“ Mir wurde bei diesem kleinen Text ganz merkwürdig zu Mute. Unwillkürlich fragte ich mich: Weiß Barbara Bongartz mehr über Prada Soms Verschwinden, als sie bereit ist, zu sagen? Und wenn ja, warum verschweigt sie es dann?

Ein interessanter Kommentar …

In Allgemein on 19. Juli 2010 at 10:24 am

… ging zu der Vorstellung des Projektes von Prada Som und Barbara Bongartz (www.barbarabongartz.de) ein: „Am eigenen Leib – schon der Titel ist einfach großartig“, schrieb eine eifrige Leserin dieses blogs (deren Namen wir hier aus Gründen der Diskretion nicht nennen), „nicht zuletzt, da ja insbesondere Pradas Leib gerade verschwunden und ihre Leibhaftigkeit insgesamt ausgesprochen fragwürdig ist.“ – womit die junge Dame den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Prada ist gewissermaßen selbst das Projekt durch ihr Sosein, vielleicht eine Ironie des Schicksals. Und auch zu diesem Photo

läßt sich wenig mehr sagen, als daß es sich bei den abgebildeten Damen NICHT um Prada Som handelt, sondern um x-beliebige Modells, die im Zusammenhang des Projektes einmal mehr die Frage aufwerfen, ob ein Modell ein Ersatz, ein Stellvertreter ist, eben das, was man in früheren Jahrhunderten eine Effigie nannte: Körper ohne Kleider, die zu symbolisch aufgeladenen Kleiderständern werden angesichts einer bestimmten Funktion. Das Gegenteil versucht uns seit geraumer Zeit das Modemagazin WeAr (www.WeAr-magazine.com) nahezubringen, Kleider ohne Körper nämlich. Man verzichtet auf die Abbilder in menschlicher Gestalt und greift stattdessen zum Kleiderbügel. Abgesehen von dem klugen Einwand gegenwärtiger Leiblosigkeit im Falle Prada Soms ging ein weiterer Kommentar ein, man könnte auch sagen: Hilfeschrei. Er stammt von dem Berliner Designer Schmisalsky (nicht zu verwechseln mit mit Michalsky), der sich fassungslos ob des vorgestrigen Eintrags fragte, ob das Borchardt ihn nur an diesem Abend oder bereits des öfteren damit brüskiert hätte, einen anderen als ihn als toast of town zu behandeln – auch eine Frage der Abwesenheit, denn an jenem Abend, als ich das merkwürdige Verhalten des Borchardt-Personals realisierte, war Herr Schmisalsky NICHT zugegen. Vielleicht gibt es Zeugenberichte zu anderen Abenden. Ich leite sie gern an den aufgeregten Herrn Schmisalsky weiter.

Am eigenen Leib …

In Allgemein on 17. Juli 2010 at 2:12 pm

Da Barbara Bongartz – ich telephonierte mit ihr heute morgen – davon überzeugt ist, daß Prada Som wieder auftauchen wird und sie selbst keineswegs geneigt ist, das Ausstellungs- und Buchprojekt auszusetzen, haben wir uns entschlossen, Prada Soms blog als Fund- und Sammelstelle für das Vorhaben zu nutzen. Ich werde den blog eine zeitlang in diesem Sinne verwalten. „AM EIGENEN LEIB – Von Körpern und Kleidern“

beschäftigt sich keineswegs mit den letzten Trends der Mode (-industrie) 

und ihren Knallchargen (wer Schimalsky mit seinen schlecht aufgezogenen Häschen

schon einmal trunken vor Selbstbegeisterung durch die Brasserie Borchardt hat schwanken sehen, weiß, was ich  meine: bei meinem letzten Aufenthalt in Berlin war ich sprachlos, festzustellen, daß so jemand als deutscher D E S I G N E R gefeiert wird: Der Mann hat soviel Ahnung von Schnitten wie ein Krokodil von Schuhen – was aber das Krokodil bekanntlich auch nicht davon abhält, zum Schuh zu werden … vielleicht ist da übersinnliche Bestimmung irgendwie schief gelaufen, die Betonung liegt auf  „irgendwie“ – ich war übrigens an jenem Abend mit Barbara Bongartz zum Essen dort, wir wurden nicht bedient, weil das gesamte Personal Herrn Schimalsky und Entourage an den Lippen hing – absurd in seiner benommenen Geilheit, unverschämt den Gästen gegenüber und in NYC undenkbar!!!) sowie Fragen, wie man seinen Körper am besten den neuen Kleidern vom Laufsteg

anpassen kann (hungern, absaugen, amputieren, färben, ätzen, stechen, piercen, spritzen, implantieren, Knochen brechen und verlängern, Knochen kürzen usw.). AM EIGENEN LEIB ist hingegen eine Sammlung von Essays, Bildern, Collagen und Objekten, die über physische Körper von Menschen, Tieren, Dingen, Mobilien, Immobilien und deren Verbrämungen sinniert. In diesem Sinn werden Stoffe und Verhältnisse aller Art betrachtet und vorgestellt: Gewebe, (Ver-)Knüpfungen, Materialien – z.B. Metalle und Hölzer in besonderen Ausformungen, Häute & Haare sowie deren Funktion, Entwicklung, Stilisierung,

Anwendung und Gebrauch. AM EIGENEN LEIB soll der Anmut und ästhetischen Äußerung verpflichtet sein, nicht der Perfektion oder gar einer Norm!

Ein neues Projekt im Sinne Prada Soms

In Allgemein on 16. Juli 2010 at 3:26 pm

Seit der Rückkehr von Shanghai vor zwei Wochen, wo ich auch das Haus meiner Urgroßeltern besuchte und die Stille ihrer so besonderen Wohnung genießen durfte

und folgenden kurzen Ferien im Delta von Guang Zhou,

halte ich  mich in Prada Soms Wohnung in Dumbo auf. Nachdem ich die ersten Tage nach ihrem Verschwinden nur am Computer saß, in der Hoffnung, eine Mail würde Nachrichten von ihr bringen, neben mir meinen Blackberry, ständig empfangsbereit, habe ich eines Nachts begonnen, ihre Sachen durchzusehen und Dinge zu ordnen. Ich sehe mir Photos unserer weitläufigen Familie an (ich hatte ganz vergessen, daß es einen Zweig in Istanbul gibt)

und öffne Pradas Post. Heute war darin die Nachricht, daß der deutsche Verlag, der die China-Blumfeldt-Krimis übernehmen wollte, sich außer Stande sieht, dies ohne die Unterstützung von Prada zu tun. Man bittet sie, sich unverzüglich mit ihnen in Verbindung zu setzen. Ich werde antworten müssen … Ich bin ratlos ob des Verschwindens meiner Tante – in die Sorge mischt sich nicht nur Angst, sondern auch Trauer. Ich vermisse sie. Ab Anfang September werde ich das private Sekretariat der deutschen Schriftstellerin Barbara Bongartz übernehmen, die eine gute Freundin von Prada ist. Sie geht für einige Jahre nach Duschanbe und braucht jemanden, der nach ihren Wohnsitzen in Berlin und NYC sieht, nicht zuletzt, um an beiden Orten Material zu sammeln, das die Grundlage für ein gemeinsames Buch- und Ausstellungsprojekt von Parda Som und Barbara Bongartz bilden soll: AM EIGENEN LEIB. Von Körpern und Kleidern.

Prada Som erzählte mir, als wir vor Monaten zusammen bei Balthazar’s lunchten, das aufwendige Projekt aus Texten, Objekten, Stoffen und rekonstruierten Orten solle zum Teil aus dem Erlöß der deutschen Lizenz der China-Blumenfeldt- Krimis finanziert werden. Wie es nun darum steht, steht in den Sternen.

Das Universum auf dem Dachboden

In Allgemein on 16. Juli 2010 at 10:12 am

… eine neue Welt eröffnete: die Welt der Dinge und Stoffe. Shanghai war damals eine Welt in schwarz/weiß …

und auch wenn sie in Prada Soms Erzählungen immer farbig schimmerte, manchmal grellbunt, wie auf alten Zigarettenbildchen noch zu sehen ist

so ist dieser Schein der Cheongsams doch ein trügerischer. Von der schwarz/weißen Welt hat Prada nie erzählt, es war eher so, als nähme sie in ihren Geschichten Stücke von Zukunft vorweg, als montiere sie Collagen, in denen die  Zeit gerinnt, aber ich weiß heute, daß diese bunten Versatzstücke dem eigenen Schmerz geschuldet waren. Die Welt, in die Prada Som von ihrer Großmutter eingeführt wurde und die Prada selbst nicht preisgeben wollte, war eine merkwürdige Hybride, eine Sphinx, deren Kopf aus Asien kam und deren Füße aus Europa stammten.

Prada Soms Familie scheint wie ein exaktes Abbild dieser Welt mit einem chinesischen Vater und einer deutschstämmigen Mutter, deren Eltern über London in Shanghai eine Zuflucht fanden, nur um vor der Kulurrevolutions erneut zu fliehen. Während die deutschen Großeltern via London zurück nach Berlin gingen, emigrierten Pradas Eltern nach Hongkong.  Das Festland-China, das Prada in diesem Exil kolportierte, war ein selbstentworfenes Märchen, in dem jene Bilder

die Hauptrolle spielten,

auf die sie damals an der Hand ihrer Großmutter zum ersten Mal traf.

Das Haus …

In Allgemein on 15. Juli 2010 at 10:18 am

Häuser spielen in Prada Soms Leben eine besondere Rolle – sie haben in der Familie Som immer eine besondere Rolle gespielt, nicht nur, weil sie bewohnt und mit Ereignissen in der Familie beseelt wurden, sondern weil die politischen Wirrnisse in Festland-China sie immer wieder zerstörten.

Dieses ist der ehemalige Familiensitz der Soms im südwestlichen Festland-China. Er wurde in der Kulturrevolution erst geplündert, dann zerstört. Danach zogen Pradas Großeltern, einige Tanten und ein unverheirateter Onkel nach Shanghai in jenes Haus, dessen Dachboden zu einem ganz besonderen Ort wurde. Prada Som erzählte immer wieder, wie sie ihn zum ersten Mal als kleines Mädchen betreten hat, an der Hand ihrer Großmutter, die …

Immer noch keine Nachricht von …

In Allgemein on 13. Juli 2010 at 7:19 am

Prada  Som. Wir alle sind sehr in Sorge. Ich setze hier das Bild eines Arrangements ein, in dessen Hintergrund sie zu sehen ist, die gerahmte  Photographie habe ich in der Wohnung einer Freundin auf der East 63 Str. gefunden.

Vielleicht nützt es etwas, vielleicht hat irgendjemand Prada noch gesehen, bevor sie verschwand. Ich selbst traf sie zuletzt bei De  Vera, jener kleinen Galerie für schöne Dinge, in der Prada regelmäßig vorbeischaute. Es könnte sein, daß die Sache mit den schönen Dingen überhaupt der Schlüssel zu ihrem Verschwinden ist … Möglicherweise war sie heimlich wieder nach Shanghai gereist, wo Prada Som auf einer schwarzen Liste steht … es gab dort, wie sie mir einmal erzählte, im ehemaligen Haus ihrer Großeltern

einen Dachboden, auf dem einige Dinge die Kulturrevolution überlebt hatten und zu dem Prada allein den Zutritt hatte. Diese Kommode, die in ihrer New Yorker Wohnung steht, enthält viel von den kleinen Kostbarkeiten aus Shanghai …

Ich bin mir fast sicher, daß ihr Verschwinden mit dieser schwarzen Liste zusammenhängt.

Nein, diese Frau ist nicht …

In Allgemein on 6. Juli 2010 at 10:07 am

Prada Som!

Das Photo dieser gestürzten Frau wurde mir anonym zugeschickt, nachdem ich gestern einen Aufruf mit der Bitte, jeden Hinweis auf den möglichen Verbleib meiner Tante Prada Som an mich weiterzuleiten. Aber wer diese Frau ist, weiß ich nicht!

Eine überaus traurige, beunruhigende Geschichte …

In Allgemein on 5. Juli 2010 at 8:13 am

Liebe Leser,

mein Name ist Chang Mimi, oder wie es im Westen heißt, Mimi Chang. Ich bin Prada Soms Nichte und mische mich in diesen blog, weil Prada Som seit dem 1. Mai 2010 verschollen ist. Die wildesten Gerüchte, wo sie zuletzt gesehen wurden, kursieren in der Stadt, ja in mehreren Städten, es heißt sogar, sie wäre in Berlin gesehen worden. Ich habe lange gezögert, diesen blog als Portal für einen Aufruf zu nutzen, mir Hinweise zu geben, sofern Prada Som irgendwo gesichtet worden ist. Jede Suche ist bisher zwecklos gewesen und wir sind in großer Sorge.

Ich habe leider kein Photo von Prada Som parat, so setzte ich eines von mir ein, da wir uns sehr ähnlich sehen. Stellen Sie sich das gleiche Gesicht ein paar Jahrzehnte älter vor. Ich bin über jeden Hinweis zwischen New York, Shanghai, Hongkong, London, Paris und Berlin dankbar. Ich fürchte, man hat Prada Som, die immer in etwas verwickelt war, verschleppt. Voller Sorge: Chang Mimi.