Prada Som

Beretta in leerem Bilderrahmen oder Tücken auf Toast …

In 1 on 14. April 2010 at 11:24 am

Als ich gestern von meinem Spezialisten für Unpäßlichkeiten aller Art kommend die Fifth Avenue hinunterlief, und das Haus von Margaux Lion passierte – sie war leider nicht da, vermutlich hat sie sich wieder bei Bergdorf oder Takashimaya verquaddert und den armen Verkäuferinnen erklärt, was sie alle gar nicht wissen wollen: Daß nämlich ihre Schränke so voll von Vintageklamotten sind, daß sie definitiv in DIESEM Leben nichts mehr braucht, womit sie recht hat, aber muß sie deswegen den armen kleinen Ladenmädchen jeglichen Mut rauben? Und das in dieser großen Depression? – jedenfalls fiel mir wieder ein, als ich an Margaux Haus vorbeikam, daß ich Ihnen unbedingt ein Buch empfehlen  muß, in dem sie vorkommt. Verdeckt natürlich, unter dem Namen Margaux Veil. Woher ich das weiß? Weil die Szene, die in diesem Buch beschrieben wird, der Wirklichkeit entspricht! Und weil ich gewissermaßen auch darin vor, wenn auch nicht sogut dabei wegkomme (vanitas vanitatis) wie Margaux, auch verdeckt natürlich. Ich nämlich bin jene Lily, die sich irgendwann feige verdrückt, als die Luft in dem Lockwist-Apartment stickig wird. Wenn den Roman nicht eine gute Freundin von mir geschrieben hätte, wäre ich natürlich mehr als indigniert über eine solche Einschätzung  meiner Person gewesen, aber Barbara Bongartz hat mich vorher gefragt, ob ich etwas dagegen hätte … Margaux hat sie natürlich auch gefragt … Margaux hat sich halb totgekichert (es ist erstaunlich, daß sie ihr Leben lang ein Mädchen geblieben ist, und das nach allem, was ihre Familie durchmachen mußte oder nicht mehr durchmachen durfte, bis heute weiß ich nicht, was besser ist – ist überleben wirklich so „gut“!?), vor allem über diese Szene mit den „eingesackten Canapés“ (also ist Überleben doch gut!) … nun, Ihr Lieben, der Rest stimmt leider auch, die Sache mit dem Vuillard, der von den Gottseibeiuns gestohlen worden ist, Margaux Verschleppung als Mädchen – ja, genau, deswegen schiebt sie sofort die Ärmel ihres Kleides wieder herunter, wegen der verdammten Nummer, die sie sich übrigens nie hat entfernen lassen, wie manche Kretins das gern hätten) und leider auch der Selbstmord ihres Ehemanns. Ich kenne Margaux schon sehr, sehr lange. Unsere Mütter waren als Kinder befreundet, sie hatten in Berlin damals Unterricht bei derselben Lehrerin, gemeinsam, sie teilten sich ein Pferd und die Leidenschaft für Hüte, wie man auf diesem Photo unschwer sehen kann. Das alles war lange, bevor die Gottseibeiuns die Welt mit ihrem primitiven Haß, ihrer rohen Vulgarität und und ihrer dumpfen Gnadenlosigkeit überschwemmen durften. Margaux‘ Mutter,  Amelie Ehrenreich, née Schiff kam dabei ums Leben (was im Roman nicht gesagt wird, man sich aber denken kann). Meine Mutter wurde rechtzeitig nach London geschickt. Wie kam ich jetzt darauf? Ach, ja, gestern abend ging ich also an ihrem Haus vorbei, und da fiel mir ein, daß ich diesen Roman empfehlen muß. Er heißt PERLENSAMT und sieht leider so aus: ein Cover, das der Erzählung wirklich nicht gerecht wird. Ich habe dieser ästhetischen Idiotie noch ein bißchen mehr Zeug beigefügt, nämlich einige Stücke aus meiner bangle-Kollektion. Die meisten davon sind von Rainer NYC (www.rainernyc.com), einem absolut chicen Schmuck- und Möbeldesigner aus Dumbo, es sind aber auch einige Erbstücke aus Elfenbein dabei, die meine Mutter mir vermachte. Ich verspreche Ihnen, liebe Freunde und Freundinnen ein ganzes Kapitel über bangles – ich liebe bangles, bin ähnlich verrückt nach ihnen wie Nancy Cunard – allerdings habe ich immer noch nicht ganz ausgepackt, ich lebe immer noch aus Kisten und Koffern und muß auch hier um Geduld bitten, ein wenig Geduld.  Lesen Sie, liebe Freunde und Freundinnen, inzwischen PERLENSAMT, wenn Sie damit fertig sind, bin ich mit dem Auspacken der Kisten auch fertig. Warum die Bangles zu Perlensamt, die Kette, das ganze Arrangement? Also wenn man schon so dämliche Motive auf ein Buchcover setzt, Motive, die auf den Inhalt verweisen sollen, dann kann man ja auch noch mehr abbilden. Schmuck zum Beispiel, weil Martin Saunders, der Ich-Erzähler (und ein Freund von Margaux), Juwelenexperte ist. Das Auktionshaus Nobble NYC ist übrigens eine Erfindung von Barbara Bongartz (kurz: BB, wie wir sie nennen, Sie finden alles zu ihrem Werk und ihrer Person auf www.barbarabongartz.de), wie auch der Rest der Geschichte, die durchaus ihre Tücken hat. Und nun: auf zum workout. Es scheint ein herrlicher Morgen zu werden. Ihnen allen, liebe Freundinnen und Freunde, einen wunderbaren Tag.

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